Anfangs war ich sehr motiviert diesen Artikel zu schreiben. Als ich dann nach dem richtigen Titel suchte, dachte ich: “Wie langweilig! – Vorbilder.” Ich bin so was von überzeugt, dass jeder Mensch Vorbilder braucht, nur der Begriff selbst scheint so inflationär abgedroschen, klingt so passiv. Aber Vorbild sein und sich ein Vorbild zu suchen und sich an ihm zu orientieren ist alles andere als passiv.

Herkömmlich bezeichnen wir diejenigen Menschen als Vorbilder, die gewisse Dinge nicht tun. Wie oft höre ich von Erziehungsberechtigten Sätze wie den folgenden: “Schau dir den an, der nimmt keine Drogen, er gibt sich nicht mit Leuten ab die ihm schaden und er fährt kein Motorrad.

Vorbilder werden herkömmlich darüber definiert was sie nicht tun. 

Ich glaube, dass dies der falsche Ansatz ist, der keine Vorbilder hervorbringt sondern Vermeider erzeugt. Raus kommen verklemmte Knaben, die beständig versucht sind Dinge zu vermeiden um den Schein zu wahren, aber innerlich nicht mit dem zurecht kommen, was da so in ihnen brodelt.

Wenn ich in die Bibel schaue sind mir diejenigen Männer und Frauen zu Vorbildern geworden, die etwas Bestimmtes getan haben. Männer wie Elija die den Mut aufbrachten, gegen eine große Masse Andersdenkender ihre eigene göttliche Überzeugung zu vertreten. Frauen wie Esther, die ihr Stellung, die sie von Gott hatten genutzt haben um ein ganzes Volk vor dem Verderben zu retten. Sie alle haben nicht nichts getan – sie haben etwas getan. Sie haben nicht Dinge vermieden um einen Unterschied zu machen. Sie haben Sachen getan und einen Unterschied gemacht.

Das ist meines Erachtens auch der Grund, warum es heute so an aktiven Vorbildern mangelt. Es ist die Angst etwas Falsches zu tun.

Es ist leichter das Falsche zu vermeiden als das Richtige zu tun.

  • Nicht zu rauchen ist einfacher als regelmäßig Sport zu treiben.
  • Nicht negativ zu reden ist einfacher als Menschen ermutigende Worte ins Leben zu sprechen.
  • Nicht fremd zu gehen ist einfacher als eine stabile und erfüllende Beziehung zu seinem Partner aufzubauen.

Dabei müssten wir diese Angst ein für allemal aus unserem Leben vertreiben. Du und ich wir können zu aktiven Vorbildern werden, indem wir uns entscheiden für die Dinge von denen wir überzeugt sind einzutreten und diese auszuleben.

Ein Satz aus der Bibel hat mir eine gehörige Portion Angst auf meinem Leben heraus gerissen. Es ist die Zusage, dass ich selbst ja das größte und aktivste Vorbild habe, dass je gelebt hat. Ich zitiere dieses Psalmwort bewusst mal aus der Schlachter Übersetzung, weil sie an der Stelle am Besten deutlich macht, was gemeint ist.

“Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei!” Psalm 17,5

Wenn sich meine Schritte die ich aktiv in meinem Leben gehe tief einsenken in die göttlichen Fußstapfen, die mir damit die Richtung für mein Leben geben, dann werde ich nicht wanken. Das heißt auf deutsch: “Jesus ist dein komplettes Leben schon einmal durch gegangen.” Wenn du dir ihn zum Vorbild nimmst und als solchen erlaubst dir die Richtung für dein Leben vorzugeben, dann brauchst du keine Angst zu haben vom Weg abzukommen. Dann brauchst du nicht länger nur “vermeiden” sondern kannst beginnen die Dinge zu tun die dir schon länger auf dem Herzen brennen.

Was ist das bei dir?

Worfür möchtest du stehen und damit zu einem Vorbild werden?

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2 Responses

  1. Christoph

    Hi Stefan,

    du bist ein Vorbild, weil du dich dafür entschieden hast aktiv Menschen zu prägen.

    Ich möchte ebenfalls kein “Vermeider”-Leben führen – es braucht nicht noch 100 weitere mittelmäßige Menschen, die genau wissen, was sie NICHT tun sollen.

    Danke für den guten Gedanken!

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  2. Juliane

    Guten Morgen Herr Haensch,

    schöne Worte, zur richtigen Zeit. Ich habe immer Menschen bewundert, die eine Unabhängigkeit und Kraft ausstrahlen, Neues ausprobieren, sagen was ihnen auf der Seele brennt, in den Konflikt gehen wo andere längst kneiffen. Das sind und waren meine Vorbilder. Nun finde ich mich selbst in dieser Position wieder und bin erstaunt wieviel Verantwortung jetzt mitschwingt,wenn mich meine Kollegen anschauen, wartend auf mein Statement, Fragen stellen etc. In schwachen Minuten möchte ich mich zurück ziehen, einigeln und einfach nur passiv sein. Ich zweifle dann an allem was ich denke und tue.Diese Gedanken können sehr vernichtend sein. In diesen Momenten hilft mir nur Vertrauen in das Göttliche. Ich werde über den Satz “Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei!” noch lange nachdenken. Da ich ab Januar junge Menschen unterrichte, und viel Kraft brauchen werde für mich, kam dieser Post genau im richtigen Moment.

    Ich lese Ihren Blog schon sehr lange und möchte hiermit auch endlich mal Danke sagen.

    herzliche Grüße

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