“Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.” meinte Aristoteles.

Wer schon mal in der Tretmühle des Alltags gefangen war und Dinge anfangen wollte – sich aber nicht aufraffen konnte, weiß wovon ich rede. Von “Vorzüglichkeit” keine Spur.

Manchmal manövrieren wir uns in eine Stimmung hinein aus der  wir irgendwie nicht mehr aus eigener Kraft herauskommen. Aus Stimmungen werden Gewohnheiten und aus Gewohnheiten formt sich mehr und mehr unser Charakter.

Unser Charakter besteht im Wesentlichen aus unseren Gewohnheiten. Eine Lebensregel lautet:

“Säe einen Gedanken und ernte eine Tat; säe eine Tat und ernte eine Gewohnheit; säe eine Gewohnheit und ernte einen Charakter; säe einen Charakter und ernte ein Schicksal.”

Gewohnheiten sind machtvolle Faktoren in unserem Leben, die bei den Gedanken über dich selbst beginnen.

Der große Erzieher Horace Mann sagte dazu einmal: “Gewohnheiten sind wie ein Kabel. “Wir flechten jeden Tag einen Strang dazu, und bald können sie nicht mehr reißen.” 

Ich kann diesen Satz nachvollziehen, möchte mich damit aber nicht zufrieden geben, da ich eine andere Kraft kennen gelernt habe. Ich habe erlebt, dass man Gewohnheiten lernen aber auch verlernen kann. Wir sind in der Lage die Kabel zu zerreißen.

In der Bibel steht in Römer 12,2: “Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht.”

Ich glaube, dass mit Zugriff auf himmlische Kraftressourcen eine grundlegende Veränderung jeder Gewohnheit möglich ist. Wenn du Gott dein Denken verändern lässt und seine Sicht der Dinge zu deiner Sicht der Dinge wird, beginnt ein Prozess der stetigen Veränderung.

Ich weiß, dass es dafür keine Patentlösungen gibt. Es ist ein Prozess nötig, der viel Engagement erfordert.

Als das Raumschiff Apollo 11 seine erste Reise zum Mond antrat waren die Menschen begeistert und fasziniert davon, die ersten Menschen auf dem Mond gehen  und zur Erde zurückkehren zu sehen. Man sprach nur noch in Superlativen über die Ereignisse dieser Tage. Aber um dorthin zu gelangen, mussten die Astronauten im wahrsten Sinne des Wortes aus der gewaltigen Schwerkraft der Erde ausbrechen. Die ersten wenigen Startminuten und die ersten Kilometer der Reise verbrauchten mehr Energie als die restlichen 400 000 Kilometer in den folgenden Tagen.

Auch Gewohheiten haben eine enorme Schwerkraft – mehr als die meisten Leute erkennen oder zugeben würden. Man braucht mehr als ein bißchen Willenskraft und ein paar kleine Veränderungen im Leben, um tief verwurzelte Gewohnheiten wie Ungeduld, übermäßiges Kritisieren, Selbstsucht oder ängstliches Zögern zu brechen. Das “Abheben” bedarf enormer Anstrengung, aber wenn wir uns erst von der Schwerkraft frei gemacht haben, nimmt unsere Freiheit eine ganz andere Dimension an.

Die Gravitation kann wie jede Naturkraft für uns oder gegen uns wirken. Vielleicht hindert dich derzeit die Schwerkraft einiger deiner Gewohnheiten daran, dorthin zu gehen, wo du hin willst. Aber diese Schwerkraft ist es auch, die unsere Welt zusammen hält, die die Planeten in ihren Umlaufbahnen und unser Universum in Ordnung hält. Sie ist stark, und wenn wir sie effektiv nutzen, können wir die Schwerkraft der Gewohnheiten dafür einsetzen, die Festigkeit und Ordnung zu schaffen, die notwendig ist, um unsere Effektivität in unser Leben zu bringen.

Welche Gewohnheiten machen dir im Moment das Leben schwer?

Beginne mit einem Gebet und der Bitte an Gott daran dein Denken über diese Gewohnheit zu ändern.

Ein Prozess, der dich am Anfang viel Energie kosten wird, beginnt. Das Ziel ist es aber wert, die Kraft heute aufzubringen, denn dann beginnt sich deine Welt wieder zu bewegen.

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One Response

  1. Mirijam B.

    Das ist ja interessant… erinnert mich an einen Gedanken, den ich mal vor etwa einem Jahr in meiner “Study Time” aufgeschrieben habe und der gerade wieder aktuell geworden ist:

    – Gottes Freiheit ist nicht wie ein Flugobjekt, das sinnlos, ziellos und haltlos durch das Weltall fliegt und sich im wahrsten Sinne des Wortes in einer „Leere“ befindet
    – sondern wie die Freiheit eines Adlers, der hoch in den Lüften schwebt: er ist zwar gebunden durch die Schwerkraft, aber niemand würde leugnen, dass er frei ist
    – so ist es auch mit Gottes Freiheit: ich werde frei und hebe ab und habe doch einen Platz, wo ich hingehöre

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